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Überflüssiger Energieverbrauch soll reduziert werden

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 VON WERNER CZEMPAS

Aachen. Beim Klimaschutz schreitet Aachen wieder einmal bundesweit voran. Die Stadt will sich an einer Regionalen Energieeffizienzgenossenschaft (REEG) beteiligen.

 So sperrig das Wort auch klingt, dahinter steckt eine kluge Idee. Kluge Ideen haben oft die Eigen-schaft, genial einfach zu sein So ist es auch bei der REEG. Der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz jedenfalls gab schon grünes Licht - energieeffizient, also sparsam, da die Stadt an der Genossen-schaft lediglich Anteile von maximal 500 Euro zeichnen will.

Stimmt der Stadtrat in der kommenden Woche zu, zahlt Aachen zu den drei Pilot-Kommunen des vom Bundesumweltministerium bundesweit geforderten Projekts. Neben Aachen wurden noch Nor-derstedt und der Kreis Berchtesgaden ausgewählt. Die Forderung durch den Bund läuft im April 2016 aus.

Ziel der Energieeffizienzgenossenschaft ist es, überflüssigen Energieverbrauch zu reduzieren. Ansprechpartner zum Beitritt in die Genossenschaft sind Unternehmen, Kommunen, Privatei-gentümer, Vereine und sonstige Einrichtungen. Maßnahmen sollen verwirklicht werden, die ohne Genossenschaft mangels Wissen oder Finanzen oder warum auch immer nicht angepackt wurden. Die REEG soll sowohl für die technische Investition wie für die Finanzierung der Maßnahme sorgen. Der Nutzer braucht keinen Euro Eigenkapital einzusetzen, „im Gegenteil, er profitiert von Anfang an von der Energieeinsparung", wirbt die Verwaltung um Genossen.

Beleuchtung in Schulen

Die Stadt hat schon eigene Projekte in petto. Zum Beispiel will sie die Beleuchtung in Schulen (Waldorfschule, Einhard-Gymnasium, Aula Schulzentrum Laurensberg, Förderschule Falbotstraße) und in einem städtischen Parkhaus sanieren. Die REEG soll auch andere mögliche Interessenten aktivieren. Sie stellt nicht nur die finanziellen Mittel bereit, sondern bietet ihre Dienstleistungen an - also die komplette Planung und Umsetzung der Projekte.

 Je nach Technologie sollen durch Effizienzmaßnahmen zwischen 25 und 70 Prozent Energie eingespart werden kennen. Wer als Kommune, Unternehmen oder Bürger Anteile erwirbt, erhält „eine angemessene Dividende beziehungsweise Verzinsung" Nach der Gründung startet die REEG eine intensive Öffentlichkeitsarbeit. Auch der Städteregionstag entscheidet demnächst über eine Beteiligung der Städteregion. Interessiert zeigen sich auch Nachbargemeinden wie Baesweiler und Monschau. Kreishandwerkerschaft, Innungen und Institutionen wie Vereinigte Unternehmerverbände, Stiftung Kathy Beys, Evangelischer Kirchenkreis, Greenpeace-Mitglieder und Ingenieur-Büros sind dabei.

Die Umweltpolitiker waren überzeugt. Einstimmig empfahlen sie dem Rat, „dass sich die Stadt an der Gründung der Regionalen Energieeffizienzgenossenschaft beteiligt, dabei Anteile von maximal 500 Euro zeichnet und dafür Sorge trägt, dass die Stadt darüber hinaus auch nach Auslaufen der Bundesförderung und der Zuschüsse finanziell keinerlei Verbindlichkeiten zu tragen hat".

Die Stadt will jedes Risiko ausschließen. Angenommen, die REEG ginge pleite, soll sie nur in Höhe ihres Anteils von 500 Euro haften.