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Ein Modell für das Leben von morgen

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Nach einer Studie von Fraunhofer-Institut und Universität Stuttgart liegt das Einsparpotenzial in manchen Industriebetrieben bei bis zu 70 Prozent der Energiekosten. Erfahrungen von BAUM. Consult bei mehr als 1000 Unternehmen zeigen: Es lassen sich Kostensenkungen in Höhe von etwa 30 Prozent erreichen, wenn Unternehmen ihr Energiesystem überprüfen und Einzelkomponenten aufeinander abstimmen. Doch „viele Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz werden nicht umgesetzt, weil die dazu notwendigen Finanzmittel fehlen", sagt der B.A.U.M.-Vorsitzende Maximilian Gege. Genau hier setzt der von ihm konzipierte Zukunftsfonds an, indem er Geldvermögen für die Energiewende aktiviert. Jetzt wird die Idee auf kommunaler Ebene umgesetzt. Das Bundesumweltministerium fördert das Projekt, das bis März 2016 läuft, im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative.

Das Modellprojekt soll Funktion und Nutzen auf regionaler Ebene zeigen
Der BAUM. Zukunftsfonds ist als Genossenschaft konzipiert. Private und institutionelle Anleger erwerben einen Genossenschaftsanteil und stellen dem Fonds anschließend ein Mitglieder-Darlehen zur Verfügung. Sie erhalten dafür eine Rendite von 3,5 bis vier Prozent pro Jahr. Der Fonds investiert dieses Kapital gezielt in Energieeffizienz-Projekte bei Unternehmen, Kommunen/öffentlichen Einrichtungen sowie später auch privaten Haushalten und verwirklicht sie in Kooperation mit zertifizierten Energieberatern. Auf Basis des aktuellen Strompreises erhalten die Projektpartner sofort zehn Prozent der Einsparungen, die durch die Maßnahmen erzielt werden. Das innovative Modell bietet gegenüber bisherigen Finanzierungsmöglichkeiten erhebliche Vorteile: Die Investition in mehr Energieeffizienz kostet den Anwender kein Geld. Er muss keinen Kredit aufnehmen und profitiert unmittelbar von den Energieeinsparungen, aus denen auch die Refinanzierung der Investition erfolgt.
 
 
Das Engagement von Kommunen ist ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Energiewende. Sie können Maßnahmen vor Ort koordinieren, indem sie Bürger, Unternehmen und andere einbeziehen. Rund 30 Kommunen hatten im Vorfeld ihr Interesse am Projekt bekundet. Die Wahl fiel schließlich auf den Landkreis Berchtesgadener Land und die Städte Aachen und Norderstedt, weil die Themen Energieeffizienz und Klimaschutz dort einen hohen Stellenwert genießen und bereits Klimaschutzkonzepte vorliegen. Norderstedt arbeitet schon seit Jahren intensiv an der Verbesserung seiner Ökobilanz. Wärmeschutzmaßnahmen in Schulen, Erneuerung von Heizkesseln in öffentlichen Gebäuden, Umstellung der Ampelanlagen auf moderne LED -Technik: Die Stadt hat schon viel auf den Weg gebracht. Mit dem Zukunftsfonds sollen jetzt in erster Linie Maßnahmen realisiert werden, die ohne das Projekt nicht zustande gekommen wären. „Der Fonds bietet uns die Chance, den Unternehmen etwas anzubieten, sich beim Klimaschutz zu engagieren", sagt Norderstedts Klimaschutz-Koordinatorin Birgit Farnsteiner.
 
In den drei Pilotkommunen sollen nun Zukunftsfonds auf der Basis von Regionalen EnergieEffizienzGenossenschaften aufgebaut und Effizienzmaßnahmen initiiert werden. Durch Veranstaltungen und begleitende Öffentlichkeitsarbeit soll außerdem die Aufmerksamkeit für das Potenzial von Energieeffizienz erhöht werden.